Das römische Amphitheater in Pula, die namhafte Arena, erbaut im 1. Jahrhundert n. Chr., das sechstgrößte seiner Art im ganzen Römischen Reich konnte 25.000 Besucher aufnehmen. Heute ist das Amphitheater Austragungsort großer spektakulärer Kultur- und Sportveranstaltungen.

Geschichtlicher Überblick

Antike und frühes Christentum

Dank Handelswegen und Handelsbeziehungen kamen die auf dem Gebiet des heutigen Kroatiens alteingesessenen Völker aus der Bronze- und Eisenzeit schon ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. mit der Kunstproduktion der Griechen und Etrusker in Berührung. Aber erst nach der Ankunft der griechischen Kolonisten im 4. Jahrhundert v. Chr. konnten die Voraussetzungen für die Errichtung und eine stärkere Ausbreitung der antiken Zivilisation auf der östlichen Adriaküste geschaffen werden. Über die griechischen Kolonien, wie Issa (Vis) und Pharos (Stari Grad auf der Insel Hvar) breitete sich der griechische Einfluss aus, welcher in Schrift, Münzprägung, Handel, Bodenparzellierung und Mauerbau erkennbar ist.

Statue des Kaisers Augustus im Brustpanzer (gegen Ende des 1. Jahrhunderts v. Chr.), eine der 16 auf dem Gebiet der antiken Stadt Narona (Vid bei Metković) gefundenen Marmorstatuen von Kaisern und Kaiserinnen in übernatürlicher Größe, wird im Archäologischen Museum Narona in Vid aufbewahrt.
Ebene von Stari Grad auf der Insel Hvar, wo die Überreste der Bodenparzellierung aus der Zeit der griechischen Kolonisation immer noch erkennbar sind, wurde 2008 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
Das Amphitheater in Pula, die namhafte Arena, erbaut im 1. Jahrhundert n. Chr., das sechstgrößte Amphitheater seiner Art im ganzen Römischen Reich konnte 25.000 Besucher aufnehmen. Heute ist das Amphitheater Austragungsort großer spektakulärer Kultur- und Sportveranstaltungen.

Ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. begann Rom allmählich seine Staatsgewalt organisatorisch zu gestalten und richtete mehrere administrative Gebietseinheiten – die Provinzen (Dalmatien und Pannonien) ein. Kulturelle und wirtschaftliche Entwicklungen, die von der römischen Zivilisation (in den Bereichen Urbanismus, Architektur, Bildhauerkunst, Kulthandlungen, Münzprägung und Handel) geprägt wurden, gingen zunächst auf die Adriaküste über, sodann aber auch auf die Gebiete tief im Hinterland. Zahlreiche Siedlungen wiesen typische Merkmale römischer Städte auf (Parentium/Poreč, Salona/ Solin, Iader/Zadar, Narona/Vid bei Metković, Aenona/Nin, Varvaria/Bribir), es entstanden u.a. Foren mit Basiliken, Kurien und Thermen, aber auch prachtvoll ausgestattete öffentliche Gebäude, vor allem Theater (Pola/Pula, Salona) und Amphitheater (Pola, Salona und Burnum/Ivoševci bei Kistanje).

Der Diokletianpalast in Split ist einer der besterhaltenen und repräsentativsten Paläste auf dem Gebiet des Römischen Reiches und stellt ein Exempel eines befestigten Palastes dar (das Bauwerk besteht aus Stadt, Militärlager, Elite-Residenz und einem wirtschaftlichen Komplex). Der römische Kaiser Diokletian ließ den Palast im 4. Jahrhundert n. Chr. in unmittelbarer Nähe von Salona erbauen. Im Jahr 1979 wurde der Palast mitsamt dem historischen Innenstadtbereich von Split in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Bronzestatuette des Eros (2. Jahrhundert n. Chr.), Museum Slawoniens
Grundriss des Diokletianpalastes in Split
Urne aus Alabastermarmor (1. Jahrhundert n. Chr.), Archäologisches Museum Istriens, Pula

Auf dem Gebiet Pannoniens entstanden thermale Heilbäder (Aquae Iasae/Varaždinske Toplice) sowie bedeutendere Städte, von denen größtenteils nur noch bescheidene architektonische Überreste erhalten geblieben sind (Siscia/Sisak, Marsonia/Slavonski Brod, Mursa Osijek, Cibalae/Vinkovci). Einen besonderen Platz unter den Denkmälern dieser Epoche nimmt der Diokletianpalast in Split ein. Als Meisterwerke römisch-hellenistischer Architektur zeichnen sich die Landvillen zur Erholung mit Nebengebäuden (auf der Inselgruppe Brijuni, in Polače auf der Insel Mljet), die Straßen (Salona – Sirmium, Emona – Sirmium), die Brücken und Aquädukte (die Diokletian-Wasserleitung) aus.

Mittelapsis der Euphrasius-Basilika in Poreč. Die Kathedrale ließ im 6. Jahrhundert Bischof Euphrasius errichten. Das Bauwerk besteht aus dem achtseitigen Baptisterium, dem viereckigen Atrium, einer dreischiffigen Basilika mit Gedächtniskapelle sowie der Bischofsresidenz. Die Basilika ist der einzige bis heute erhaltene frühchristliche Bischofskomplex weltweit. Im Jahr 1997 wurde diese Basilika von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Nachdem Kaiser Konstantin im Jahr 313 sein Toleranz-Edikt erlassen hatte, begann die Blütezeit der frühchristlichen Kunst in natürlicher Symbiose mit der klassischen Kultur der Antike. Die bedeutendsten Denkmäler der frühchristlichen Sakralarchitektur befinden sich in Salona, wobei ein besonderer Wert den frühchristlichen Grabanlagen nördlich der Stadt zukommt (Marusinac, Manastirine, Kapljuč). Nachdem Byzanz, als östlicher Nachfolger des Römischen Reiches, Mitte des 6. Jahrhunderts zur führenden politischen Macht in Italien und an der Ostadria geworden war, wurde zur Verteidigung und Kontrolle der Wasserstraßen eine Reihe von Festungen erbaut, unter denen sich das Byzantinische Castrum auf der Insel Veli Brijun auszeichnet. Ein erhabenes Glanzstück der Architektur jener Zeit ist ebenso der Komplex der Euphrasius-Basilika in Poreč.

Baptisterium mit dem Taufbecken im bischöflichen Komplex in Salona wurde gegen Ende des 4. und Anfang des 5. Jahrhunderts errichtet. Der bis heute beinahe integral erhaltene Baukomplex umfasst noch eine Doppelbasilika und den Bischofspalast mit landwirtschaftlichen Nebenbauten. Den größten Beitrag zur Popularisierung und Konservierung von Salona sowie zur Erforschung der altkroatischen Geschichte auf dem Gebiet Dalmatiens überhaupt leistete der Archäologe und Konservator Frane Bulić (1846 – 1934).

Gegen Ende des 6. Jahrhunderts setzte auf dem Gebiet Kroatiens ein jäher Absturz der hochentwickelten Zivilisation der Antike ein. Die Gründe dafür lagen im wirtschaftlichen Verfall der Städte, der durch die immer häufigeren Einfälle vordringender „barbarischer“ Stämme ausgelöst wurde.

Apoxiomen, antike Bronzestatue eines Athleten stammt aus dem Kreis um Lysippos (2. oder 1. Jahrhundert v. Chr.), wurde im Küstengewässer der Insel Lošinj gefunden und stellt eine äußerst bedeutende Entdeckung im Bereich der unterwasserarchäologischen Forschung dar. Die Statue wird im Museum Mimara in Zagreb aufbewahrt.
Die Psephisma von Lumbarda, das in Lumbarda auf der Insel Korčula gefundene Fragment einer griechischen Inschrift (4./3. Jahrhundert v. Chr.), ist eines der ältesten Schriftdenkmäler Kroatiens. Die Steinschrift enthält die Psephisma, einen Beschluss der Volksversammlung. Dieser regelte die Eigentumsverhältnisse griechischer Ansiedler auf der Insel Korčula sowie ihre Beziehungen zu den illyrischen Einwohnern. Das Dokument wird im Archäologischen Museum in Zagreb aufbewahrt.
Bronzekopf der Göttin Artemis (4. Jahrhundert v. Chr.) ist ein Exempel hochwertiger hellenistischer Kunst und eines der wenigen Werke griechischen Ursprungs aus dieser Epoche. Die Skulptur wird heute in der Archäologischen Sammlung Issa in Vis aufbewahrt.