Burgenland (kroatisch: Gradišće), Denkmal an die kroatischen Mütter in Großwarasdorf. Als autochthone Bevölkerung leben die Kroaten ebenfalls in Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro, Slowenien, Kosovo, Ungarn, Österreich, in der Slowakei sowie in Rumänien und Italien.

Geografie und Bevölkerung

Kroaten in Nachbarländern

Außer in der Republik Kroatien leben die Angehörigen des kroatischen Volkes als autochthone Einwohner ebenfalls auf dem Territorium benachbarter und anderer, geografisch nächstgelegener Länder.

Der Großteil der Kroaten (ca. 500.000, nach der Volkszählung von 1991sogar 760.000)  lebt in Bosnien und Herzegowina, wo die Kroaten die einheimische, indigene Bevölkerung sind und, neben den Bosniaken und Serben, eines der drei konstitutiven Völker dieses Landes bilden. In den Gebietsteilen von Nord-, Südwest und Zentralbosnien stellen die Kroaten die Mehrheit der Bevölkerung dar, dort ist die kroatische Bevölkerung mehrheitlich vertreten, während die westliche Herzegowina eines der ethnisch homogensten kroatischen Gebiete überhaupt ist.

Die Tafel von Humac (Humačka ploča) ist eines der ältesten (vermutlich aus dem 12. Jh. stammenden) Schriftdenkmäler in Bosnien und der Herzegowina. Sie wurde in kroatischer Sprache verfasst und in kroatischer Kyrilliza (Bosančica) mit einigen glagolitischen Buchstaben geschrieben. Heute wird die Tafel im Franziskanermuseum zu Humac in der Herzegowina aufbewahrt.
Burgenland (kroatisch: Gradišće), Denkmal an die kroatischen Mütter in Großwarasdorf (kroatisch: Veliki Borištof)
Subotica, das demografische und kulturelle Zentrum der Kroaten in der Vojvodina und Serbien. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Subotica etwa so viele Einwohner wie heute, war dabei aber eine Stadt mit der höchsten Einwohnerzahl an Kroaten, sogar mit einer höheren Einwohnerzahl der Kroaten als Zagreb.

Die zahlenmäßig zweitgrößte kroatische ethnische Gemeinschaft ist diejenige in der serbischen Provinz Vojvodina. Dort ist die Zahl der Kroaten besonders hoch in der Stadt Subotica und ihrer Umgebung wie auch in Sombor und Novi Sad. Laut Volkszählung von 2011 lebten damals in Serbien 58.000 Kroaten. Da sich aber die Einwohner kroatischer Herkunft zum Teil unter Benutzung der regionalen beziehungsweise subethnischen Bezeichnung als Bunjewatzen und Šokci deklarierten, könnte die Gesamtzahl der Kroaten in Serbien sogar bei rund 100.000 Einwohnern liegen. In Montenegro ist die kroatische Volksgruppe (7.000 – 10.000 Personen) hauptsächlich im Gebiet der Bucht von Kotor (kroatisch: Boka kotorska) angesiedelt. Im Kosovo gibt es kroatische ethnische Gemeinschaften in den Ortschaften Janjevo und Letnica. In Slowenien leben die Kroaten (40.000) meistens in den größeren Städten und entlang der Staatsgrenze zu Kroatien. 

Unter kroatischen Gemeinschaften, die sich in den anderen Ländern in unmittelbarer Nähe Kroatiens befinden, ist diejenige im österreichischen Bundesland Burgenland am bekanntesten (Gradišće, mit rund 50.000 Personen). Die Angehörigen dieser Gemeinschaft sind die Nachfahren kroatischer Auswanderer aus dem 16. Jahrhundert. Durch den Staatsvertrag von 1955 hat Österreich den Burgenlandkroaten ihre Sonderrechte zugesichert. Derselben kroatischen ethnischen Untergruppe gehören ebenso die Kroaten in den benachbarten Gebietsteilen der Slowakei (4.000) und Ungarns (50.000) an, wo die Kroaten auch entlang der kroatisch-ungarischen Grenze sowie in den Städten Pécs (deutsch Fünfkirchen), Mohács und Baja (deutsch Frankenstadt) angesiedelt sind. In Italien befindet sich eine kleinere kroatische Ansiedlung von 3.000 Personen in der Region Molise, und in Rumänien besiedeln die Kroaten (7.000) einige Dörfer in der Region Banat. All diese kroatischen Minderheiten sind Überreste von einstweilen erheblich zahlreicheren, heute aber weitgehend assimilierten Gemeinden. Dementsprechend stellen die Angaben über die Anzahl der Kroaten beziehungsweise ihrer Nachkommen nur Annäherungswerte dar.