Rund 60 Prozent der Bevölkerung Kroatiens leben in den Städten, jeder vierte Einwohner lebt in einer der vier größten Städte Kroatiens (Zagreb, Split, Rijeka und Osijek).

Geografie und Bevölkerung

Bevölkerung – Verteilung und Zusammensetzung

Eine weitere wesentliche demografische Eigenschaft Kroatiens ist die ungleichmäßige Verteilung der Bevölkerung. Auf etwas mehr als einem Drittel des kroatischen Hoheitsgebiets  leben heute fast zwei Drittel der Bevölkerung. Die größte Konzentration der Bevölkerung ist in der Stadt Zagreb, in der heute 18 Prozent der Einwohner Kroatiens leben, und die eine jahrzehntelange ansteigende Tendenz im Bereich der Bevölkerungsdichte verzeichnet; die kleinste Konzentration der Bevölkerung ist in der Gespanschaft Lika-Senj, wo nur ein Prozent (1%) der Bevölkerung Kroatiens lebt, und die Bevölkerungsdichte schon über 30 Jahre lang rückläufig ist.

Im Allgemeinen ist die Bevölkerungsdichte am niedrigsten und der Bevölkerungsrückgang am größten in den ländlichen Gebieten mit schlechten Verkehrsverbindungen, wie zum Beispiel in der Gebirgsregion Kroatiens (Lika, Gorski kotar), auf den adriatischen Inseln, im dalmatinischen Hinterland (Dalmatinska zagora), in den abgelegenen und schwer zugänglichen Gebietsteilen Zentralkroatiens sowie in jüngerer Zeit, vor allem nach dem Heimatkrieg, in Slawonien. Aus diesen Gründen weist die Verteilung der Bevölkerung Kroatiens heute eine Konfiguration ähnlich einem „Leopardenfell“  bzw. die Eigenschaften einer punktförmigen Besiedlungsstruktur auf. Eine relative Zunahme der Einwohnerzahl und folglich eine höhere Bevölkerungsdichte verzeichnen die Regionen der größten Städte – Zagreb, Split und Rijeka – vor allem dank der gestiegenen Einwohnerzahl in ihren Satellitenstädten; eine solche Zunahme der Einwohnerzahl verzeichnen auch einige mittelgroße Küstenstädte in Istrien, in der Kvarner-Bucht und in Dalmatien. Ebenfalls lässt sich der Trend zur saisonalen oder sogar dauerhaften Wohnortverlegung der Einwohner, vor allem der Rentner, aus den größeren Städten in ihre meistens an der Küste gelegenen Zweitwohnungen oder Ferienhäuser  beobachten.

Kroatien ist ein relativ urbanisiertes Land. Fast 60 Prozent der Bevölkerung leben in den Städten beziehungsweise 25 Prozent der Bevölkerung leben in den vier größten Städten (Zagreb, Split, Rijeka und Osijek). Durch die beschleunigte Industrialisierung intensivierte sich nach dem Zweiten Weltkrieg der Vorgang, bei dem die Menschen massenweise die Dörfer verließen und in die Städte flüchteten, die sich dabei rasch weiterentwickelten. Die Dörfer aber blieben zurück.
Motovun in Istrien, ein Beispiel für eine Ansiedlung akropolischen Typs
Zmajevac in der Baranya. Für die Küstenregion sind die kompakten, entlang der Küstenlinie gelegenen Siedlungen charakteristisch, in den hügeligen Gebietsteilen wie Istrien gibt es auch typische Ansiedlungen akropolischen Typs, die eine lange städtische Tradition aufweisen. In den flachen Landschaften der Pannonischen Tiefebene findet man am häufigsten die lang ausgedehnten Dörfer, die sich entlang der Hauptstraßen erstrecken, während in den hügeligen Gegenden des Binnenlandes, wie in Hrvatsko zagorje, die Streusiedlungen überwiegen.

Nach ethnischer Zusammensetzung ist Kroatien ein ausgesprochen homogenes Land; die Kroaten bilden heute 90,4 % der Bevölkerung.

Die größte nationale Minderheit, die serbische, ist mit 4,4 Prozent vertreten. Der Bevölkerungsanteil der Angehörigen anderer 21 nationalen Minderheiten ist deutlich niedriger.

Die Geschichte der Zuwanderung der Serben nach Kroatien ist verhältnismäßig lang, und ihre Anfänge reichen in das 16. Jahrhundert zurück. Die Serben ließen sich zuerst in den Gebietsteilen der ehemaligen Kroatischen Militärgrenze (Lika, Banovina, Kordun, Teile Norddalmatiens, Ost- und Westslawoniens) und später auch in den größeren Städten nieder. Der Anteil der Serben an der Gesamtbevölkerung Kroatiens ist nach ihrer der durch die Kriegsereignisse in den 1990er Jahren ausgelösten Abwanderung deutlich zurückgegangen. Ein Teil dieser Auswanderer ist im Zeitraum von 1993 und 2003 wieder nach Kroatien zurückgekehrt.

Die Bosniaken (die Bošnjaken; ehemals Muslime genannt) sind die drittgrößte Ethnie in Kroatien und machen 0,7 Prozent der Bevölkerung aus. Sie sind vor allem in den Städten angesiedelt. Zu den intensiveren Zuwanderungen der Bosniaken nach Kroatien kam es nach der Besetzung Bosnien und Herzegowinas seitens Österreich-Ungarns im Jahr1878 sowie nach dem Zweiten Weltkrieg (vor allem in den 1960er und 1970er Jahren, aus wirtschaftlichen Gründen). Die italienische Minderheit (0,4 %) lebt hauptsächlich in Istrien und Rijeka, daneben gibt es eine kleine italienische Gruppe in Westslawonien. Die Ungarn machen 0,3 Prozent der Bevölkerung aus und leben in den Dörfern Westslawoniens und der Baranya, entlang der Grenze zu Ungarn. Die Slowenen (0,3 %) leben über das ganze Land verstreut, ihre Anzahl ist allerdings etwas höher im kroatisch-slowenischen Grenzland, in Istrien, Rijeka, Opatija, Gorski kotar sowie in Zagreb und anderen größeren Städten Kroatiens. Die Albaner, die 0,4 Prozent der Bevölkerung bilden, siedelten sich im 18. Jahrhundert in der Umgebung von der Stadt Zadar an, und nach 1945 kamen dann die Kosovo-Albaner zugewandert. In Kroatien leben ebenfalls 0,4 Prozent Roma, 0,2 Prozent Tschechen, 0,1 Prozent Mazedonier, 0,1 Prozent Montenegriner, 0,1 Prozent Slowaken und sonstige Ethnien.

Die Lage der nationalen Minderheiten in Kroatien ist durch das Verfassungsgesetz über die Menschenrechte und Grundfreiheiten und die Rechte der ethnischen und nationalen Gemeinschaften oder Minderheiten (2000) sowie durch das Verfassungsgesetz über die Rechte nationaler Minderheiten (2002) geregelt. Durch diese Gesetze erhielten die nationalen Minderheiten unter anderem das Recht auf den freien Gebrauch ihrer Sprachen und Schriften, das Recht auf Erziehung und Ausbildung in der von betreffender Minderheit verwendeten Sprache und Schrift, das Recht auf die Nutzung eigener Zeichen und Symbole, das Recht auf kulturelle Autonomie, freie Religionsausübung und den Zugang zu den öffentlichen Medien, ferner das Recht zur Selbstorganisation, das Recht auf Vertretung in Vertretungsorganen auf staatlicher und lokaler Ebene sowie in Verwaltungs- und Justizbehörden und das Recht auf den Schutz vor jeder Handlung, durch die ihre Existenz entweder gefährdet wird oder gefährdet werden kann. Mittels desselben Gesetzes werden ebenfalls die Räte für nationale Minderheiten wie auch der Beirat für nationale Minderheiten festgelegt, deren Mitglieder zugleich im Kroatischen Parlament Sabor die Abgeordneten der nationalen Minderheiten sind .

Die räumliche Verteilung der Kroaten in den Gespanschaften zeigt, dass in allen Gespanschaften der Anteil der Kroaten deutlich die Hälfte der Bevölkerung übersteigt. In zwölf Gespanschaften leben die Kroaten sogar zu mehr als 90 Prozent, und nur in zwei Gespanschaften liegt dieser Prozentsatz bei weniger als 80 Prozent – in der Gespanschaft Istrien, die mit 68,3 Prozent der kroatischen Bevölkerung die heterogenste Gespanschaft Kroatiens ist, und in der Gespanschaft Vukovar-Srijem, der Gespanschaft mit dem höchsten Prozentsatz der Serben in Kroatien – 15,5 Prozent. Der Anteil der serbischen Bevölkerung liegt über 10 Prozent ebenso in den Gespanschaften Sisak-Moslavina, Karlovac, Lika-Senj und Šibenik-Knin. Die einzige Gespanschaft mit einem erheblichen Anteil der Einwohner, die sich anhand ihrer regionalen Zugehörigkeit definieren, ist die Gespanschaft Istrien (12,1 %).

Genauso wie es in manchen anderen Ländern der Fall ist, stimmt auch in Kroatien die religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung mit der ethnischen Zusammensetzung beinahe völlig überein: die Angehörigen der römisch-katholischen Kirche bilden 86,3 Prozent der Bevölkerung, die meisten darunter sind ethnisch betrachtet überwiegend Kroaten. Es gibt wesentlich weniger Anhänger anderer Religionen. Auf die Orthodoxen, vornehmlich Serben, entfallen 4,4 Prozent und auf die Muslime 1,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Es gibt auch 0,3 Prozent Protestanten und weitere 0,3 Prozent sonstiger Christen. Die Angehörigen anderer Religionen, Agnostiker, Atheisten oder Personen, die sich ihre Religionszugehörigkeit nicht angegeben haben, bilden die restlichen 7,2 Prozent der Bevölkerung Kroatiens.